Der Nutzer, der Kunde und das Produkt

In den letzten Wochen habe ich wieder häufiger den folgenden Satz (so oder abgewandelt) gelesen:

„Denn aus Facebooks Sicht bist du nicht der Kunde. Du bist das Produkt.“ (via)

Der zugrundeliegende Gedanke ist einfach: Damit Facebook Geld verdienen kann, muss es ein vermarkt- und vor allem verkaufbares Produkt haben. Die Nutzer zahlen kein Geld für ihre Nutzung, daher müssen sie (bzw. ihre Daten) ja das Produkt sein. Das klingt in sich schlüssig und erlaubt griffige Slogans, ist aber falsch.

Facebooks Produkt sind aggregierte und aufbereitete Datensätze. Dabei nehmen die Nutzer bzw. ihre Daten nicht die Rolle des Produktes ein, sondern des Rohstofflieferanten.

Facebook verkauft nicht dein Profil, denn das kann man maximal an drei oder vier Menschen deiner Umgebung vertickern. Sie nehmen deine Daten, deine Interessen und bilden Cluster, d.h. sie versuchen Menschengruppen zu bilden, die ähnliche Interessen und Ansichten haben. Je präziser sie diese Gruppen bilden können, desto wertvoller (und damit teurer) sind ihre Daten für Werbetreibende, die ja eben sehr spezifische Menschengruppen mit ihren Kampagnen ansprechen wollen. Und dort kommt das Geld her: Werber können durch Facebooks Arbeit eine sehr klar eingegrenzte Gruppe ansprechen und dafür zahlen sie Geld; für die potentielle Aufmerksamkeit einer Gruppe von Menschen mit bestimmten Eigenschaften.

Facebook versucht viele Daten über dich zu sammeln, um dich besser zu verstehen. Denn das erlaubt ihnen, dich besser zu Clustern zuzuordnen. Die Daten, die Facebook verkauft, sind nicht deine, es sind ganz klar Facebooks. Um das zu verstehen, betrachten wir einfach mal den Fall, dass du deinen Account löschst. Facebook wird dir keine zielgerichtete Werbung mehr zeigen können, aber die Cluster, die Facebook bildet, werden durch dein Nicht-mehr-dasein nicht wirklich schlechter oder weniger relevant für Facebooks Kunden. Wenn ich mich abmelde, kann Facebook ohne Probleme weiterhin „männliche Informatiker jünger als 40 Jahre in Oldenburg“ ansprechen. Ich bin nicht das Produkt.

Facebook beutet dich auch nicht aus. Du lieferst ihnen einen winzigen Splitter der Datenbasis, auf der sie ihre Arbeit machen können, dafür bekommst du eine Plattform, auf der du mit deinen Freunden und Verwandten kommunizieren kannst. Das ist transparent. Wenn du deine Daten nicht als Rohdaten für solcherlei Analysen zur Verfügung stellen möchtest, ist das legitim, dann kannst du Facebook eben nicht nutzen.

Also nochmal in kurz. Facebook, bietet den Nutzern (das bist du) eine Plattform, in der sie rumspielen können für lau. Die Nutzer erzeugen dabei den Rohstoff aus dem Facebook sein Produkt erzeugt und es an seine Kunden (Werbetreibende) verkauft. Du bist das Produkt, wenn es um Sklavenhandel geht, das ist hier nicht der Fall. Also drehen wir das Hysterierädchen doch einfach mal runter von 11 auf 2, ok?

P.S. Dasselbe gilt analog auch für die anderen sozialen Netzwerke.

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53 Antworten zu Der Nutzer, der Kunde und das Produkt

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  2. xwolf schreibt:

    Interessant wäre übrigens, wieweit die Kündigung ebenfalls ein Attribut in der Datenwolke ist, bzw welchen Rankingeinfluß dies hat.
    A la „Personenmerkmale für Leute aus dem Raum Bielefeld, die Interesse an Datenschutz haben“.

  3. karstenlucke schreibt:

    Ich find cool, dass hier die Hysterie aus der Debatte genommen wurde. Ist ja eine ökonomische Betrachtungsweise, wobei viele Spackos wahrscheinlich als Kapitalismuskritiker daherkommen. Aber in dem Zusammenhang wird es ihnen auch wieder gefallen. Ist das glaubwürdig? Okay, andere Diskussion. Wie auch immer, die Nüchternheit des Posts ist gut, weil er eine entwaffnende Klarheit erzeugt. Ums gleich vorwegunehmen: die Diskussionsbeiträge derjenigen, die hier wieder philosophisch, juristisch oder wie auch immer rangehen, werden nicht konsensfähig sein, da die Einfachheit der abgelieferten Begründung nicht schlagbar ist. Das Leben kann manchmal einfach sein und wer auch immer FB nutzen möchte, sollte diesen Beitrag lesen. Wenn man/frau sich dann immer noch für dir Nutzung entscheidet, dann kann man/frau kein datenschutzbasiertes Wehklagen mehr vorbringen. Eindimensional? Monokausal? Vielleicht, aber in jedem Fall ist das ein Beitrag fernab von ideologisiertem Rumgeschwafel. (tante: habe eben die verdopplung des Textes korrigiert)

    • tante schreibt:

      Danke, so hatte ich den Beitrag auch gedacht.

    • Axel Arendt schreibt:

      „… die Nüchternheit des Posts ist gut, weil er eine entwaffnende Klarheit erzeugt.“ Soso. Das mag zwar nach pseudopoetischem Tiefgang klingen, ist bei Licht betrachtet aber verhältnismäßig sinnfrei.
      Dann lautet die korrekte Darstellung eben „You’re not the costumer but the ressource beeing exploited.“ Ist auch nicht besser.

      • tante schreibt:

        Die korrekte Darstellung wäre:
        „The data you create is refined to create a sellable product for the customer who you are not.“
        Aber da sind natürlich keine Dramavokabeln drin…

  4. „Wir sind nicht das Produkt, sondern das Publikum.“ Vielleicht kann man so den griffigen Slogan retten. Wie du korrekt beschreibst, geht es für die Werber darum, die Aufmerksamkeit einer bestimmten Zielgruppe zu erreichen. Das auf einer Plattform zu versuchen, wo jeder um die Aufmerksamkeit des Nächsten buhlt, ist allerdings schon bizarr.

    • tante schreibt:

      Ist definitiv eine korrektere Formulierung, die Frage ist, ob man damit noch so viel Stimmung gegen facebook oder andere Firmen machen kann. Ist so angenehm undramatisch 😉

  5. fritz dorsch schreibt:

    Falsch, Facebook verkauft Kontakte. Kontakte mit dir, nicht mit deinem Datensatz. Dein Datensatz geht nicht einkaufen. Er soll nur dazu dienen, dass du auch mit möglichst passender Werbung versorgt wirst, um so den Wert eines Kontaktes mit dir zu erhöhen. Aber verkauft werden Kontakte zu Menschen. Das Produkt, dass man bei Facebook kaufen kann, heißt „Aufmerksame Menschen vor Bildschirmen“, aufgeteilt in x Kategorien.

    (ersetze tv durch facebook)

    • tante schreibt:

      Ja, Facebook verkauft Plätze, die möglicherweise von bestimmten Menschen gesehen werden. Sie verkaufen nicht Deine Aufmerksamkeit, die verteilst Du

      • desillusion schreibt:

        Die Werbefritzen scheinen sich deiner Aufmerksamkeit aber relativ sicher zu sein. Sonst würden sie ja nicht Milliarden da reinstecken. Das scheint sich schon zu lohnen. Also da gehen scheinbar schon x echte Leute los, und kaufen sich die tollen Sachen von den Werbebannern, die sie sich sonst scheinbar nicht gekauft hätten. Man könnte fast sagen, sie werden programmiert, sie zu kaufen. Denn Werbung arbeitet ja auch mit Psychologie, Unterbewusstsein, etc.

  6. gelegentlich schreibt:

    ,,Also nochmal in kurz. Facebook, bietet den Nutzern (das bist du) eine Plattform, in der sie rumspielen können für lau. Die Nutzer erzeugen dabei den Rohstoff aus dem Facebook sein Produkt erzeugt und es an seine Kunden (Werbetreibende) verkauft. Du bist das Produkt, wenn es um Sklavenhandel geht, das ist hier nicht der Fall. Also drehen wir das Hysterierädchen doch einfach mal runter von 11 auf 2, ok?“
    Klar, der Onkel bezahlt einen Spielplatz, lädt die Kids ein. Da es sein Platz ist darf er spannen und die Spannerfotos verkaufen. So einfach ist das, oder?
    Wie man das anders als ,,Sklavenhandel“ nennen kann erschließt sich mir nicht.

    • tante schreibt:

      ich habe nicht Facebook’s Beispiel als Sklavenhandel bezeichnet sondern klargemacht, dass ein Mensch nur dann das Produkt ist, wenn man über sowas wie Sklavenhandel spricht. Das ist hier nicht der Fall.

  7. Eberhard Doerr schreibt:

    Die Aussage des Artikels, es ginge bei Facebook nur um Clusterdaten, ist ganz interessant – ist das nun eine Information, die man aufgrund der intimen Bekanntschaft mit FB-Strategen hier exklusiv mitteilen darf? Oder ist es eine Vermutung? Ansonsten doch ökonomisch und rechtlich nicht einzusehen ist, warum FB nicht (auch) Personenprofile verkaufen und Kunden diese kaufen sollten. Klingt hier zB auch so: http://tinyurl.com/bpnr59 (The Telegraph)

    • tante schreibt:

      Es ergibt rein wirtschaftlich keinen Sinn, die Daten einzelner Personen zu verkaufen, das ist eine zu kleine Zielgruppe. Wenn Du Dir anguckst, was Facebook Dir verkauft als Werber, dann ist es offensichtlich, dass sie aus den Datenmassen, die sie haben, Cluster bauen, in denen Du dann Deine Werbung schalten kannst. Das ist evident.

      • Eberhard Doerr schreibt:

        Hmm, ich weiss aus praktischer Erfahrung auch ein wenig, wie Marketingleute und Werber ticken – und da gibt es auch Leute, die den direkten Zugriff auf eine Person (Vorlieben, Interessen, Einkäufe usw.) ganz faszinierend finden; sei es allein weil sie selbst damit dann Cluster bilden. Dass Facebook diese Profile nicht so einfach jedem anbietet wäre nur verständlich, denn ein Konkurrent könnte damit prinzipiell ein eigenes Portal dieser Art aufbauen. Und so es ist bei openbc / Xing und anderen ja auch gelaufen, da wurden Leute auf einmal angeschrieben „Wer für Sie bei uns interessant sein könnte“ – mit Email-Adressen von ‚Freunden‘, die sie in einem anderen Portal angelegt hatten. Also nix Cluster…

  8. Wolfgang Erdbeerbaeumle schreibt:

    Ich glaube nicht, dass Facebook diese Daten nur dafür nutzen wird, Werbung für bestimmte Zielgruppen in Facebook anzubieten. Damit Werbung wirksam ist, muss sie im richtigen Kontext erscheinen, die Personalisierung ist nachgeordnet und meistens nicht so wichtig. Und den richtigen Kontext automatisiert zu finden, da ist Google sehr gut drin.

    Ich glaube, dass Facebook sich eher zu einer Art Super-Scoringagentur entwickeln wird: für deiner Kreditwürdigkeit und Zahlungsmoral, aber auch deinen Interessen und Einstellungen.

    Wenn man sich bei Internetshops z.B. in größerem Stil über seinen Facebookaccount anmeldet, dann würde es sich doch anbieten, dass der Shop Facebook ein bisschen was dafür abgibt, dass Facebook deine Zahlungsmoral einschätzt oder wie oft du Sachen zurückschickst. Facebook könnte dazu deine Einkäufe bei anderen Shops heranziehen, das Verhalten deiner Freunde, wieviel Geld du so ausgibst, … Oder der Shop nutzt es für Preisdiskriminierung.

    Dass man für Facebook dauerhaft nur eine statistische Größe bleibt, halte ich für eine gewagte These.

    • tante schreibt:

      Die Frage wäre doch, wie Facebook Deine Bonität einschätzen wollte, das halte ich mit den aktuell von ihnen erhobenen Daten für utopisch/unmöglich. Wenn Facebook anfängt Payment abzuwickeln, könnten sie das natürlich tun, aber solche Spekulation bringt im Kontext dieses Artikels keinen Mehrwert.

      • Eberhard Doerr schreibt:

        Über den FB-Account können Daten (Einkaufs-, Zahlungs- und Rücksende-Verhalten) aus verschiedenen Shops dann aggregiert werden, wenn zB der Aufruf der Shopseite von der FB-Seite aus erfolgte, oder durch irgendein anderes Merkmal („Rabattpunkte“, „Empfehlung von Freunden“ o.ä.) verknüpfbar ist.
        Der kleinste Nenner der Verknüpfung ist übrigens die Email-Adresse.
        Allein aus diesem Grund sollte man Einkäufe in Webshops mit einer anderen Email machen als Beiträge in Foren, Blogs etc.

        • tante schreibt:

          Sobald Facebook sich da in den Zahlungsverkehr reinklinkt können sie das, da stimme ich zu. Das können sie genauso wie die Schufa das kann und viele andere. Ganz blöd gesagt: wenn Facebook bei jedem Zahlungsvorgang dazwischenhängt, dann stimmt das scoring zumindest 😉

          Bescored wirst Du sowieso. Schufa etc sammeln wie bekloppt Daten über Dich, die Du nichtmal bewußt beinflussen kannst (im Gegensatz zu Facebook). Da quengelt keiner. Komisch das.

          • Eberhard Doerr schreibt:

            Sorry, es ist technisch nicht notwendig, als Zahlungsdienstleister aufzutreten, um die Shopaktivitäten zu tracken. Es reicht, eine ID (zB ein jeweils erzeugter Hashcode) in den Shop mitzugeben, der diese ID mit den Vorgangsdaten des Bestellers zusammen an FB zurückreicht (zB im Tausch gegen Werbeplatz – oder Emails).
            Und was die Schufa betrifft, liegst du nicht richtig: 1. „quengeln“ ganz viele und haben diese Prozesse auch haarklein vor Gericht prüfen lassen und 2. kann man durchaus a) erfahren, was genau da gespeichert ist und b) falsche Einträge auch löschen lassen. Beides geht bei FB nicht, und u.a. das kritisiert auch die Verbraucherschutz-Ministerin.

  9. gelegentlich schreibt:

    ,,Also nochmal in kurz. Facebook, bietet den Nutzern (das bist du) eine Plattform, in der sie rumspielen können für lau. Die Nutzer erzeugen dabei den Rohstoff aus dem Facebook sein Produkt erzeugt und es an seine Kunden (Werbetreibende) verkauft. Du bist das Produkt, wenn es um Sklavenhandel geht, das ist hier nicht der Fall. Also drehen wir das Hysterierädchen doch einfach mal runter von 11 auf 2, ok?
    P.S. Dasselbe gilt analog auch für die anderen sozialen Netzwerke.“
    Wir müssen das Intelligenzrädchen höher drehen. Der Gedanke ist absurd. Ein Privatmann läßt mit seinem Geld einen Spielplatz bauen. Kinder können ihn betreten, wenn sie einen ,,Zustimmen“-Knopf drücken. Dafür darf die Privatmann spannen was die Kids da machen und Bilder davon herstellen. Diese Bilder gehören ihm, er hat sie ja gemacht. Also darf er sie auch verkaufen? – Wie kann man das anders denn als Sklavenhandel bezeichnen?
    Und warum sind vornehmlich Diejenigen, die dem Privatmann beim verkaufen und beim verwerten ,,helfen“ wollen, die Autoren, welche wütend gegen dieses Attribut Sklavenhandel agitieren?

    • tante schreibt:

      Ihr Sklavenhandelsmissverständnis habe ich oben schon aufgeklärt. Die Konstruktion des Bilderbeispiels hinkt: Dort werden entweder Bilder der Einzelpersonen verkauft, was analog bedeuten würde Facebook verkaufte Ihren einen Datensatz (was sie nicht tun) oder es werden Fotos von Mengen von Menschen verkauft, was a) legal ist und b) immer noch nicht Facebooks Arbeit entspricht, weil die Daten nicht aufbereitet sind. Facebooks Wertschöpfung liegt in der Aggregation der Daten und der Aufbereitung eben weil die Massendaten so unhandlich und in ihrer Rohform recht wertlos sind.

      • Interessierter Leser schreibt:

        Wissenschaftlich fundiert wäre es, wenn Sie Ihre Argumente mit Quellen belegen würden.
        Was tut facebook oder was tut facebook nicht? Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie das fb keine Adressen, ganze Profildatensätze, oder ähnliches verkauft?
        GENAU das ist es doch, was die ganze Sache rechtlich in keinem guten Licht darstehen lässt. Unwissenheit und Allgemeine Geschäftsbedingungen die nicht ganz durchsichtig sind.
        Haben Sie Ihre Informationen von der Unternehmenseigenen Homepage? Wie aussagekräftig ist so eine Quelle?

        • tante schreibt:

          Im Rechtsstaat gilt die Unrechtsvermutung. Ich beschreibe was Facebook tut anhand ihrer eigenen Aussagen und der Ergebnisse, die ich sehe.

          Wenn Sie das nicht glauben, ist das ihr gutes Recht, dann zeigen Sie mir, wo das so ist und wir können weiterreden. Zu behaupten, dass die ja eh nur lügen, bringt uns nicht weiter. Wenn Sie an der Unredlichkeit und Unehrlichkeit zweifeln, bringen sie das als Beweis.

  10. Johannes Döh schreibt:

    @tante bekommst du von Facebook Provision oder bist du tatsächlich so naiv? Was du hier schreibst, basiert doch nicht auf Fakten und Recherchen, sondern auf deiner Vermutung? Tatsache ist aber, dass ich als Nicht- Facebook- Mitglied ständig mit Werbemails von Facebook genervt werde, nun endlich Mitglied zu werden. Mein Fehler (?) war es, dass meine Emailadresse offensichtlich in einigen Adressbüchern von Bekannten rumlungert, auf welche Hackfressenbuch Zugriff hat, weil diese Leute den „Spielplatz“ Facebook betreten haben. Meine Emailadresse ist auf diese Weise zur Ware geworden. Seither erhalte ich auch vermehrt SPAM von allen möglichen SPAMMERN, ohne dass ich mit (dieser) meiner Emailadresse hausieren gehe. Die Spekulation liegt nahe, dass über Facebook meine Emailadresse an viele weitere Facebok- Geschäftspartner verteilt wurde. Allein diese lapidare Weiterverwendung MEINER Emailadresse ist Grund genug, anzunehmen, dass die Daten und Profile von Facebook- Mitglieder deutlich mehr verarbeitet werden, wie du hier einzuschätzen vermagst. Auch dies ist meinerseits nur eine Einschätzung, leider konnte ich die Spur noch nicht weiter zurück verfolgen, weil bei Webeagenturen wie „Schober“ u.a. die Auskunftswilligkeit sehr zu wünschen übrig lässt.

    …und ja, Datenschutz nehme ich ernst, soweit ich ihn für mich beanspruchen kann. Die fiesen Tricks, die Facebook anwendet, um an Daten von Leuten zu gelangen, sind zugegebenermaßen genial, trotzdem muss ich deswegen doch nicht vor den Marketingsystemen kapitulieren. Um das bereits verwendete Spielplatz- Beispiel zu verwenden: Wenn an Onkel’s Spielplatz ein Schild angebracht wäre „Der Onkel macht Bilder von den Kindern und verkauft sie an obszöne Lustmolche“ würde sich die Bereitschaft, seine Kinder dort spielen zu lassen, deutlich in Grenzen halten. Du suggerierst mit deinem Artikel allerdings: „Der Onkel macht Bilder, aber macht damit seriöse Geschäfte, damit er für euch den kostenlosen Spielplatz finanzieren kann“

    • tante schreibt:

      Nope, weder Facebook noch Google noch sonstwer bezahlen mich hierfür. (Aber ich verprühe auch noch Chemtrails für die Freimaurer, damit werd ich reich).

      Es ist nicht Facebook’s Schuld, dass Deine Kontakte Deine Daten verbreiten, dass ist nunmal der oft zitierte (und den aktuellen Datenschutz de facto aushebelnde) Kontrollverlust. Nun könnte man sagen, dass Facebook Adressbücher nicht hochladbar machen dürfte, aber ganz doof gefragt: Warum nicht? Das ist für die Nutzer ein großer Mehrwert weil Zeitersparnis. Persönlich denke ich nicht, dass Facebook Adressen verkauft, ganz einfach, weil die Adresse, die ich ihnen gegeben habe, keinen Spam bekommt. (Adresszusätze for the Win!) Es wäre für sie auch denkbar doof, ihren Namen für die paar Kröten zu ruinieren. Solange Du also nicht eine Adresse nur facebook gibst und dann Spam drauf bekommst, halte ich Dein Beispiel für nicht stichhaltig.

      Facebook hat auch keine „fiesen Tricks“. Ja, Du kannst da viele Daten eintragen, aber sie zwingen dich zu nichts. Die unterstellte Bosheit halte ich für verschwörungstheoretisch.

      • Johannes Döh schreibt:

        Es ist nicht Facebook’s Schuld, dass Deine Kontakte Deine Daten verbreiten, dass ist nunmal der oft zitierte (und den aktuellen Datenschutz de facto aushebelnde) Kontrollverlust.

        Diejenigen, die in ihren Adressbüchern meine Emailadresse gespeichert haben und sich irgendwann mal bei Facebook angemeldet hatten, geben durch die aggressive und provozierende Aufforderung, „Freunde bequem und schnell zu finden, indem man Facebook Zugriff auf das Adressbuch gewährt“ diese Daten unter falschen Vorstellungen heraus. Alle, die ich darauf angesprochen habe, haben sichtlich erschüttert mit entschuldigenden Worten versichert, dies nicht absichtlich getan zu haben und nicht ausreichend über die Konsequenz seitens Facebook aufgeklärt worden zu sein. Das mag naiv klingen, ist aber pure Absicht von Facebook. Es gibt im realen Leben viele Leute, die nicht wissen, dass sie in einem Lokal durchaus Leitungswasser unentgeltlich bekommen können. Wenn der Gastwirt dennoch 50 Cent berechnet, ist das deiner Schlussfolgerung nach die Schuld des Gastes, nicht alle Nuancen des bürgerlichen Gesetzbuches zu kennen. Es gibt sogar Leute, die nicht wissen, dass 0800- Rufnumern für den Anrufer kostenfrei sind oder die Raupe des Zitronenfalters sich von den Blättern des Faulbaums ernährt. Man kann schließlich nicht alles wissen. Frevelhaft finde ich jedoch, wenn findige Geschäftemacher die Unwissenheit von nicht unbedingt naiven Menschen ausnutzen. Bei den Abofallen im Internet wurde beispielsweise der Verbraucherschutz deutlich zu Gunsten der Verbraucher angepasst, trotz derer Naivität. Ja,es gibt Kontrollverluste, die sich nicht auf das Internet beschränken. Diese Kontrollverluste auszunutzen, ist schlicht unanständig, mindestens. Solches auch noch hinzunehmen, wie die Spackeria es predigt, stärkt diese Nepper, Schlepper und Bauernfänger in ihren Aktivitäten.

        Warum nicht? Das ist für die Nutzer ein großer Mehrwert weil Zeitersparnis.

        Es ist für mich auch eine Zeitersparnis, wenn ich auf der Strasse jegliche Geschwindigkeitsbegrenzung missachte. Es ist auch ein persönlicher Mehrwert, wenn man im Laden stiehlt anstatt kauft. Man kann doch nicht alles mit einem persönlichen Mehrwert rechtfertigen, wenn man dabei gleichzeitig andere in Mitleidenschaft zieht…?

        Persönlich denke ich nicht…

        Es spielt doch gar keine Rolle, was deine persönliche Einschätzung ist, die nicht einmal nachweisbar ist. Eines ist jedoch gewiss: Facebook ist in kürzester Zeit mit einem sog. Social Network zum Global Player geworden. Die Milliardenumsätze haben sich nicht durch Lottogewinne oder Spenden der dankbaren Nutzer generiert. Woher kommt also das viele Geld?

        Solange Du also nicht eine Adresse nur facebook gibst und dann Spam drauf bekommst, halte ich Dein Beispiel für nicht stichhaltig.

        Ich habe Facebook gar keine Emailadresse gegeben, erhalte aber ständig Emails von Facebook, doch endlich Mitglied zu werden. Was glaubst du wohl, wie Facebook an meine Emailadresse gekommen ist? Deine Argumentation soll stichhaltig sein…

        Facebook hat auch keine „fiesen Tricks“. Ja, Du kannst da viele Daten eintragen, aber sie zwingen dich zu nichts. Die unterstellte Bosheit halte ich für verschwörungstheoretisch.

        Der „Like- Button“ ist also kein fieser Trick, sondern reiner Mehrwert für alle Internetnutzer? Das Emailadressensammeln aus den Adressbüchern der naiven Nutzer ist reine Zeitersparnis? Erzähle am besten noch, dass Facebook zum gemeinnützigen Verein anerkannt werden sollte. @tante, du enttäuscht mich immer mehr. Ich hatte dich immer für einen rational denkenden Menschen mit hohem IT- Verständnis gehalten. Ich zweifele jetzt daran…

  11. Pingback: Linkpackung vom 3.10.2011 | Konstantin Klein

  12. gelegentlich schreibt:

    ,,Ihr Sklavenhandelsmissverständnis habe ich oben schon aufgeklärt. Die Konstruktion des Bilderbeispiels hinkt: …“
    Leider wurde da nichts aufgeklärt, außer, dass nicht in individualisierbarer Datensatz verkauft wird. So kann Facebook, um im gegebenen Beispiel zu bleiben, die Datensätze an böse Onkels verkaufen, die damit leicht, mit viel Zeitersparnis, herausfinden können welchen Spielplatz aufzusuchen sich gerade lohnt.
    Das Beispiel von Johannes Löh trifft deshalb zu: ,,„Der Onkel macht Bilder von den Kindern und verkauft sie an obszöne Lustmolche“ ist als Schild vor dem Zustimm-Knopf anzubringen. Und, klar, den dürfen nur die Eltern (ab 18) drücken, Eltern haften für ihre Kinder. Wer dann eine ,,Einladung“ von einer Person jünger als 18 kriegt weiß, an wen man sich zu halten hat.
    Firmen, die keinen Sitz in Deutschland nachweisen, bleiben eh außen vor.

    Wir haben genügend KInderabzocker. Wenn das die Essenz von ,,sozialen Medien“ sein sollte…werden z.B. Piraten erst dann wieder wählbar, wenn der Kontrollverlust überwunden worden ist.

    ,,Das ist für die Nutzer ein großer Mehrwert weil Zeitersparnis.“
    Dann brauchen wir für die Zukunft einfach Gesetze, die verbieten, ohne die ausdrückliche schriftliche Zustimmung eines Betroffenen dessen Daten an einen Dritten weiterzugeben, der nicht bekannt und in Deutschland gerichtlich belangbar ist. Dann hat sich das mit dem Adressbuch. Wo leben wir denn? ,,Aus Zeitersparnis“ die Interessen Dritter schädigen?

    • tante schreibt:

      Ganz ehrlich: Das „Ohgott Kinderschänder“ Beispiel ist, wie schon gezeigt, falsch und führt zu Unsachlicher Diskussion (wie man auch bei Frau von der Leyen gesehen hatte). Bauen Sie ein neues, welches irgendwie funktioniert, dann können wir drüber reden.

      Ich bin nicht in der Piratenpartei, verstehe also den Hinweis auf Parteien, die sie wählen wollen oder nicht wählen wollen nicht.

      Wenn Sie das zuende denken, wird Ihnen auffallen, dass, wenn man wirklich keine personenbezogenen Daten anderer mehr posten darf, die Kommunikation im Internet de facto beendet ist. „ich habe heute mit meinem nachbarn gesprochen…“ geht nicht mehr weil ich dadurch eine Aussage übr den Aufenthaltsort einer Person mache. Das funktioniert so nicht, wenn man weiterhin möchte, dass Menschen kommunizieren. Und das ist mir wichtig.

      • desillusion schreibt:

        Das ist doch Quatsch. Niemand hat etwas gegen „ich habe heute mit meinem Nachbarn gesprochen“.

        Und „ich habe heute um 12:30 mit meinem Nachbarn gesprochem, dem Franz Vogel aus der Beispielstraße 7 in Dastadt, der 66 Jahre alt ist, von seiner Rente lebt, in seiner Freizeit Forsthaus Falkenau schaut, dessen Gattin vor 5 Jahren ihn verlassen hat, und er hat sich da sehr kritisch über die Regierung geäußert, und will sich ansonsten bald ein neues Auto kaufen, hier ist übrigens ein Foto von ihm, wie er sich gerade umzieht“ hat in den Zeiten vor Facebook eigentlich auch niemand ins Netz getippt. Denn anders als der Tratsch in der Bäckerei ist sowas für Millionen Fremde lesbar, und kann immense Konsequenzen für den Betreffenden haben. Auch dann, wenn er unbedarft selbst diese Daten ins Netz stellt, weil er die Folgen seines Handelns nicht überblickt.

        Neulinge im Internet posten oft Anfragen mit ihrem Namen und einer Telefonnummer oder Adresse. Wenn sie Glück haben, hilft ihnen dann ein Admin oder Webmaster, anonymisiert die Daten, und erklärt ihnen, warum man das besser nicht macht. Wenn sie Pech haben, ernten sie Telefonterror, Spam und Hohn.

        Bzgl. Facebook oder Mobbing-Seiten kennen Sie sicher auch die Geschichten von Leuten, die dort ins soziale Abseits oder in den Selbstmord gemobbt werden.

        Also was soll der Quatsch mit dem Nachbarn? Täglich schreiben Leute ins Netz, was sie mit „Freunden“, „Nachbarn“ oder „Kollegen“ erleben – aber so, dass es überhaupt kein Problem darstellt. Und niemand will das verbieten.

  13. gelegentlich schreibt:

    Man kann Argumente nicht dadurch widerlegen dass man sie gegen den Willen ihres Autors bis zu ihrem scheinbar lächerlichen Ende verlängert.
    Definitiv will ich nicht, dass einer Person, mit der ich kommuniziere, die Weitergabe meiner Mailadresse sowie derjenigen personenbezogenen Daten gestattet sein darf, aus denen etwas ,,aufbereitet“ werden kann, das ich nicht will. Wer nicht in der Lage ist sein Adressbuch gegen => jeden Zugriff von außen zu schützen, welcher sowieso strafbar sein müßte, ist einfach nicht erwachsen. Oder besitzt nicht den nötigen ,,Internetführerschein“, wie immer man das nennen mag. Ins Netz kann er an einer Maschine, die von einem verantwortlichen Admin betreut wird. Nicht ohne Grund lassen wir nicht Jeden, Kinder schon gar nicht, mit Autos auf unseren Straßen fahren.

    Damit ist überhaupt keine Kommunikation zu Ende. Ich bin viel im Netz unterwegs und kann nicht erkennen, was davon damit zu Ende wäre.

    Lediglich für die Werbewirtschaft (ehrlich: die kleinen Fuzzis, die sich hier damit beschäftigen und diese Möglichkeiten verteidigen, haben wenig davon; den Reibach machen die großen, internationalen, hier nicht steuerpflichtigen) ist das Netz dann nicht die erhoffte Goldgrube. Mögen ihre rezenten und künftigen, darauf basierten Geschäftsmodelle in Frieden ruhen.

    Wenn Ihnen wichtig ist dass Leute kommunizieren sorgen Sie einfach mit dafür, dass wir den dafür unabdingbar nötigen Datenschutz (Kontrollverlust ausschalten) bekommen, damit das Niemandem leid tun muss.

    • tante schreibt:

      „Definitiv will ich nicht, dass einer Person, mit der ich kommuniziere, die Weitergabe meiner Mailadresse sowie derjenigen personenbezogenen Daten gestattet sein darf, aus denen etwas ,,aufbereitet“ werden kann, das ich nicht will. “

      Könntest Du das mal in ein allgemeingültiges Gesetz gießen? Gerade am „das ich nicht will“ Teil, fällt die ganze Idee auseinander.

      Und zum Thema Kommunikation: Wir brauchen keinen Datenschutz und Radiergummis fürs Internet, damit „das Niemandem leid tun muss“, wir brauchen eine Gesellschaft, die Fehler akzeptiert und menschlich miteinander umgeht.

      • Eberhard Doerr schreibt:

        „… wir brauchen eine Gesellschaft, die Fehler akzeptiert und menschlich miteinander umgeht.“
        Leider wird diese Gesellschaft nicht dadurch (schneller) erreicht, dass man sich so verhält, als ob Täuschung und Unmenschlichkeit nicht vorhanden wären.
        Ein von hinten aufgezäumtes Pferd bleibt auch bei guter Absicht nutzlos.

      • desillusion schreibt:

        Was „wir brauchen“, ist doch die Frage des Diskurses hier gerade. Das ist doch noch gar nicht klar – ich lese hier höchst unterschiedliche Ansichten darüber. Dieses „Wir müssen, wir brauchen“ kenne ich sonst nur von Politikern und Redenschwingern. „Ich möchte“ wäre da ehrlicher.

  14. gelegentlich schreibt:

    ,,Könntest Du das mal in ein allgemeingültiges Gesetz gießen? Gerade am „das ich nicht will“ Teil, fällt die ganze Idee auseinander.“
    Ich will einfach in jedem Einzelfall, der über meinen Namen hinausgeht, im Einzelfall explizit gefragt werden. So einfach.
    Wo leben wir denn? Eine ,,…Gesellschaft, die Fehler akzeptiert und menschlich miteinander umgeht“ als Gegenpol und einzige ,,Waffe“ zu den Interessen und der Macht von Haien wie Facebook, Google usw.? Fehler kann ich akzeptieren. Nicht aber, dass man daraus und aus der Neugier und der Naivität von Kindern Geschäftsmodelle macht.

    • tante schreibt:

      Dein Vorschlag würde bedeuten, dass ich nicht posten dürfte „Bin mit den Arbeitskollegen auf dem Weihnachtsmarkt“ ohne von jedem einzelnen Arbeitskollegen eine Einwilligung zu haben. Damit wäre dann im Internet illegal, was im „normalen Leben“ legal ist. Die ganze Idee ist einfach nicht praktizierbar.

      Kinder dürfen sich bei facebook nicht anmelden (mindestalter), wenn sie es doch tun, musst Du Dich als Elternteil bemühen, dass sie das wieder unterlassen (viel Erfolg). Erwachsene willigen ganz bewußt ein. Naivität ist da Dein Problem? Wenn die Leute zu naiv sind, zu verstehen, dass was sie öffentlich schreiben öffentlich ist und dass Facebook sich über Werbung finanziert, dann ist ja die Frage, wo Du die Leute noch bevormunden willst. Sind die auch zu naiv zu entscheiden, welchen Fernseher sie kaufen? Was sie wählen wollen?

      Ich verstehe die diffuse Angst aus der heraus Du argumentierst, aber bitte, schreibe das, was Du hier als allgemeine Regeln forderst mal wirklich als regel auf und denk drüber nach, ob man so noch miteinander leben kann. Und wenn Du das hinbekommst, dann erzähl mir mal bitte, wie, denn ich glaube nicht an die Möglichkeit.

  15. gelegentlich schreibt:

    ,,Dein Vorschlag würde bedeuten, dass ich nicht posten dürfte „Bin mit den Arbeitskollegen auf dem Weihnachtsmarkt“ ohne von jedem einzelnen Arbeitskollegen eine Einwilligung zu haben.“
    Nein. So einfach: ein. Du darf nicht schreiben (ohne Zustimmung): ,,Bin mit Michael Schulze , Franz Maier usw….“ Wo ist das Problem?

    ,,Wenn die Leute zu naiv sind, zu verstehen, dass was sie öffentlich schreiben öffentlich ist…“ – ebenso absurd. Was ich schreibe ist hiermit öffentlich. Mein ,,Name“ ist ,,gelegentlich“.
    Meine Mailadresse erscheint nicht, der Admin von blog.spackeria.org kennt sie. Wenn es nach mir ginge wäre es ein Fall für den Staatsanwalt wenn er die Adresse weitergäbe. Straferhöhend: gegen Geld.
    ,,… und dass Facebook sich über Werbung finanziert…“ – hier wird es interessant. Es ist ein Riesenunterschied ob ich bei Benutzung einer Seite, die auch Werbung enthält, diese ansehen muss (passiv), oder ob die Seite, während ich das tue, Daten von mir ,,abgreift“. Genau das hat zu unterbleiben, egal in welcher Form, außer ich stimme explizit zu. Dann muss aber genauso explizit für Dummies erklärt werden was mit diesen Daten passiert. Klar, dass zu diesem Zweck eine Firma in Deutschland einen Sitz haben muss, wegen dem Gericht und so. Klar, dass man auch erreichen sollte, dass eine Firma, welche mit Deutschen in Deutschland Geschäfte macht, dafür auch in Deutschland Steuern zu zahlen hat. Das betrifft natürlich nicht bloß Facebook.

    Dass Facebook nicht nur aus deutschen Kids doofe Sklaven macht sehe man hier:
    http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/turkey-ihh-draws-up-list-of-idf-soldiers-linked-to-gaza-flotilla-raid-1.386825
    Wie intensiv die deutsche Polizei soziale Medien ,,nutzt“ wissen die Kids nicht.

    An dieser Stelle sollte es in diesem Land Fortschritt geben in Form von erheblich strikterem Datenschutz. Von ,,diffuser Angst“ will ich da lieber nicht reden. Mir ist diese zu konkret.

  16. gelegentlich schreibt:

    Sorry, ich kann den Beitrag nicht editieren. Es sollte heißen:
    ,,Nein. So einfach: nein. Du darf nicht schreiben (ohne Zustimmung): ,,Bin mit Michael Schulze, m.schulze@web.de , Franz Maier, franzl.maier@gmx.de usw….“ Wo ist das Problem?“

  17. Pingback: WG017: Digitale Klowand | Wikigeeks - Podcast über gesellschaftliche Netzthemen

  18. L'g schreibt:

    Okay „Facebook beutet dich auch nicht aus.“ halte ich dann mal für die gewagteste aller Thesen. Eine die ruckizucki falsifiziert werden kann. Denn ganz offenbar beuten sie den Nutzer sehr wohl aus. Vielleicht nicht direkt und unmittelbar in Form von Geld. Das mag stimmen!

    Aber was ist mit den vielen, vielen „I like“ Buttons im Web, die mittlerweile auf jeder Kommerzplattform die was auf sich hält eingebunden wurden vollautomatisch den Besuch von Fratzenbuch-Nutzer mit der ID 0815 registrieren OHNE dass der überhaupt auf den Like-Button klickt? Wie steht es damit dass dieser komische Button das Surfverhalten analysiert und damit das gesamte Wissen über einen sehr privaten Vorgang (surfen im Web) ausbeutet, ohne auch nur mal ansatzweise darauf hinzuweisen?

    Also wie gesagt „Facebook beutet dich auch nicht aus.“ … was absurderes hab ich schon länger nicht mehr gelesen. Als ob das Einverständnis zu unüberschaubaren AGB’s die Ausbeutung verhindern könnte. Tztztz…

    • tante schreibt:

      Facebook nutzt die Daten, die ich ihnen gebe, um meine Aufmerksamkeit Werbetreibenden zur Verfügung zu stellen (wenn ich Werbung nicht blocken würde). Das weiß ich, wenn ich mich anmelde. Ich muss mich nicht anmelden. Facebook nimmt mir weder Zeit noch Geld weg, die ich nicht investieren will.

      Ich kann hier wirklich selbst bei größter Anstrengung keine Ausbeutung erkennen. Sie Profitieren davon, dass ich ihren Dienst nutze genauso wie ich davon profitiere, dass ich ihren Dienst nutze. Wo ist das Problem?

      • L'g schreibt:

        Okay, bevor ich hier weiter in der Diskussion einsteige empfehle ich mal das Lesen von

        http://de.wikipedia.org/wiki/Ausbeutung

        Wenn wir da einen Konsens haben über den Begriff, dann reden wir weiter. Ich bin mit der Definition dort jedenfalls einverstanden.

        Daher sehe ich das sich Aneignen meiner durch Datenspuren geschaffenen Produkte/Mehrwerte (ich strukturiere und schaffe Daten durch mein Nutzungsverhalten und mein Hochladen von Informationen) in Kombination mit dem Angebot einer Leistung (Kommunikationsplattform/Walled Garden) zu einer deutlich überhöhten Gegenleistung (Abgeben aller meiner Daten/Totalüberwachung meines Verhaltens) als Ausbeutung. Tut mir leid!

        • tante schreibt:

          Ich habe Marx auch gelesen. Danke trotzdem für den Link, druck ich mir aus und hefte ihn in den „Das beste aus den 70ern“ ab. Spaß beiseite.

          Du schaffst keine Mehrwerte, Du schaffst Ressourcen auf denen Facebook für Werbetreibende Mehrwerte anbietet. Die Liste Deiner besuchten Webseiten ist kein Mehrwert. Pflanzen beuten Dich auch nicht aus, obwohl sie Dein ausgeatmetes CO2 (ganz eigennützig!) in O2 umsetzen.

          Es existiert definitiv Ausbeutung, aber die Konstruktion hier funktioniert nicht in diesem Falle.

          • L'g schreibt:

            Du verfolgst einen ziemlich transparenten Argumentationsstil, nämlich einfach die Grundannahme des Gegenübers vollständig zu negieren und zu hoffen, dasss es nicht auffallen wird, indem du schreibst: „Du schaffst keine Mehrwerte“.

            So kann man sich die Welt natürlich auch zurechtdefinieren und Probleme der eigenen Kausalkette einfach wegdefinieren. Selektive Wahrnehmung. Ich schaffe sehr wohl Mehrwerte in vielen bunten Formen und Farben. Ich bilde z.B. freiwillig mein Netz sozialer Beziehungen ab und bringe sogar noch mehr Personen zu Facebook (ich schaffe also sogar Mehrwerte in Form von Kundengewinnung wie damals bei den Tupperpartys). Wenn’s für FB (oder jeden beliebigen anderen Dienst) gut läuft bekommen die sogar meine Telefonnummer mit Verify-by-SMS und können dann Adressbücher abgleichen, ich beschaffe ihnen also noch mehr Kunden die sie in den Einblendungen „Dies könnten mögliche Freunde von Dir sein.“ dann immer wieder zeigen.

            Ich erzeuge somit durch meine GEGENLEISTUNG überhaupt erst den Raum innerhalb dessen dann die Summe meiner GEGENLEISTUNGEN die ich bringe für die Nutzung der Kommunikationsplattform, MONETARISIERT werden können. Facebook verkauft das was ich produziert habe (Daten + Datenstrukturen + Datennutzungsspuren) nachdem sie es mit ein bissel Kreuzkorrelation veredelt haben zu einer Kontextanalyse. FB weiß durch meine Gegenleistung in Kombination mit den Gegenleistungen meiner Freunde, welche Werbeplakate sie in meiner Umgebung aufhängen sollten. Diese Information verkaufen sie dann.

            OHNE meine meinen Kanon an geschaffenen Mehrwerten, kein Verkauf von Information durch FB, so einfach sieht die Sache im Prinzip aus.

          • tante schreibt:

            Du definierst halt einfach alles, was von Dir kommt, als geschaffenen Mehrwert, Kann man tun, halte ich nur für wenig hilfreich, denn in der Konsequenz wird jede Interaktion von Menschen Ausbeutung, weil ja beispielsweise Dein Gesprächspartner seine Gedanken nur aufgrund Deiner Äusserungen weiterentwickelt und Dich deshalb ausbeutet.

            Und an dieser Entwertung des Ausbeutungsbegriffes wird Dir auch nicht gelegen sein.

            Da kannst das für Dich natürlich gerne so definieren und handhaben, ich sehe darin nur keinen (pun intended) Mehrwert.

  19. L'g schreibt:

    @tante: …mangels Kommentarbutton setze ich das reply auf „Kommentar vom 2. Dezember 2011 um 12:07“ hier fort:

    Okay, jetzt argumentierst Du lieber gar nicht mehr, sondern schaltest um auf Vorwurf in Form von „Du definierst halt einfach alles, was von Dir kommt, als geschaffenen Mehrwert […]“. Auch dieser Ansatz ist leider allzu durchsichtig, denn ich habe klar definiert WAS ich als Mehrwert betrachte. Das umfasst nicht unbedingt alles. Darum geht es aber leider überhaupt nicht, denn es geht hier um Ausbeutung. Bei der Diskussion um Ausbeutung ist der Begriff Mehrwert schon nicht ganz unwichtig, weil er ja den Wert der Gegenleistung konkreter beschreibt.

    Was ich echt nicht nachvollziehen kann: Im ersten Blogpost dieses Blogs steht drin unter „Was wollen wir?“, dass es um das „Begriffe klar definieren, insbesondere den Begriff Datenschutz“ gehen soll. Es soll um den „ergebnisoffenen Dialog zu den grundlegenden Fragen und Problemen rund um den Datenschutz“ gehen. Um jetzt mal nur die ersten beiden Wünsche herauszugreifen…

    Wie passt das mit der Art und Weise wie Du argumentierst zusammen? Nämlich Definitionen die Konsens sind ins Lächerliche zu ziehen à la „Das beste aus den 70ern“ und selbst nichts Konkretes beizutragen. Nicht etwa ergebnisoffen zu diskutieren, sondern jedes Argument eines Diskussionswilligen direkt mal pauschal zu negieren z.B. mit „Du schaffst keine Mehrwerte, Du schaffst Ressourcen“, damit das eigene Gedankengebilde nicht in Frage gestellt werden muss.

    Von den übrigen Zielen „Ängste nehmen“ und „Technik erklären“ kann bei Verfolgung einer klassischen Negierungs- und Abwehr-Strategie, die mir z.B. unterstellt, ich würde an der „Entwertung des Ausbeutungsbegriffes“ arbeiten wohl auch kaum noch die Rede sein.

    Schade, so schafft man kein Problembewusstsein und auch keinen Deut an klareren Begriffen.

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