Spackeriade-Keynote von Rainer Langhans [updated]

Leicht gefallen ist uns die Entscheidung nicht, aber wir haben uns letztendlich doch gegen eine Keynote von Rainer Langhans entschieden. Kurz gesagt, und ohne eine Seite einzunehmen: Die Kontroverse um ihn ist uns über den Kopf gewachsen. Die interne Diskussion um sein Erscheinen hat mehr Raum eingenommen und Ressourcen gebunden, als wir in Anbetracht unserer anderen Vorhaben handhaben konnten und wollten. Auch sahen wir die Gefahr, dass die Themen, die uns als Spackeria interessieren, zu sehr überschattet würden von Frontenbildungen, die wir nicht als die unseren betrachten. Wir wollen uns im Kongress auf Themen konzentrieren: Datalove, Kontrollverlust, soziale Vernetzung, Post-Privacy, Informationsfreiheit — und uns nicht in anderen Debatten verzetteln, die uns im Augenblick als fern davon erscheinen.

Wir danken Rainer Langhans für sein Angebot, eine Keynote zu halten. Gleichzeitig bitten wir bei ihm und denen, die seinen Auftritt sehen wollten, um Verzeihung für das Hin und Her.

Wem diese Stellungnahme nicht ausreicht, der sei verwiesen auf

  • eine Session, die wir für das Ende des Spackeriaden-Tages planen, um diesen Fail (und vielleicht auch andere noch kommende) in seinen Gründen, im Für und Wider usw. aufzuarbeiten
Zur Vollständigkeit die ursprüngliche Ankündigung:

Während wir noch Beiträge für unseren Kongress sammeln (Einreichungsfrist endet heute!), freuen wir uns schon, einen ersten Speaker bekanntgeben zu können:

Rainer Langhans wird die „0. Spackeriade“ mit einer Keynote eröffnen. Im Spackeria-Umfeld geriet er nicht zuletzt durch die Podcastepsiode mit ihm im Elementarfragen-Podacast ins Gespräch. Darin analysiert er nicht nur die Gründe für das Scheitern der „Kommune 1“ (die von Kritikern der Post-Privacy gerne als ein in ihrem Scheitern belehrender früherer Anlauf derselben Idee bezeichnet wird); sondern versucht auch, das utopische Potential des Netzes heute an die Erfahrungen von damals anzuknüpfen.

Trotz und gerade im Wissen um einige Kontroversen um Rainer Langhans, sind wir uns sicher, dass er aus seinen Erfahrungen und Lernprozessen heraus unserer Diskussion interessanten Input liefern kann.

Die 0. Spackeriade findet am 29.12. in Berlin statt. Alle Details gibt es hier.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten zu Spackeriade-Keynote von Rainer Langhans [updated]

  1. jEN schreibt:

    Die einzig angemessene Reaktion: LOLNOOBS.

  2. Rick astley schreibt:

    Also unter dem Gesichtspunkt ist Langhans selbstverständlich für uns alle ein großer Lehrer, das wird keiner ablehnen können.

  3. andreasdotorg schreibt:

    Ihr seid zu dumm, vorher zu recherchieren, wen ihr euch als keynote speaker einladet, und habt dann nicht den Arsch in der Hose, ihn wieder rauszuwerfen, weil er ein Chauvinist und Nazi ist, sondern versteckt euch hinter „ist uns zuviel shitstorm“?

    Can’t tell whether stupid or Nazi. Ich merk mir eure Namen.

    • fasel schreibt:

      Du schließt aus den Zitatschnipseln in der Wikipedia, dass er ein Nazi ist? und wir gleich mit weil wir ihn eingeladen haben? Na das ist ja mal ein komplexes und informiertes Weltbild…
      lächerlich.
      Aber tatsächlich sind wir blauäugig und unter Zeitdruck an die Sache rangegangen, das gebe ich gerne zu. Ausser, dass er Interviews in den Fail-Zeitschriften gegeben hat und den Zitaten (die im Kontext weniger dramatisch klingen), konnte ich keine Hinweise auf eine rechte Gesinnung erkennen, weder im direkten Gespräch mit ihm, noch bei seinen Auftritten in jüngerer Zeit (taz-kongress, elementarfragen)

      • andreasdotorg schreibt:

        Ich finde die Aussage auch im getätigten Kontext nicht weniger dramatisch, das Interview im Wortlaut gibt es beim NDR:

        http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/1999/erste7152.html

        Darüber hinaus Zitate aus Interviews mit der taz und der „zuerst!“:

        http://endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=4669

        Auf eine Analyse, warum er das nicht so gemeint haben soll und inwiefern der Kontext das schwächt, bin ich gespannt.

        • fasel schreibt:

          ich will das gar nicht weiter verteidigen, aber kurz angerissen zur Erklärung:
          das im NDR verstand ich im Kontext wie: man muss das was die Leute im Faschismus gesucht haben (Gott oder was auch immer) mit etwas positivem besetzen. Es klang nicht als wäre er auf dem Trip Faschismus+ zu wollen.

          von den „zuerst!“-Interviews wusste ich nur um den Umstand, dass er die gegeben hat.

          ist alles zu kritisieren, keine Frage, aber ich schloss daraus noch nicht, dass er selbst faschistisches Gedankengut transportiert

          • andreasdotorg schreibt:

            Lies bitte noch mal genau. Er sagt nicht „die haben es ja alle nur gut gemeint“, was ich im übrigen auch schon für eine hochproblematische Aussage halten würde. Er sagt vielmehr, daß er die esoterisch-ideologischen Grundlagen des Faschismus für gut hält! Das ist natürlich faschistisches Gedankengut, was soll es auch sonst sein.

            Ich empfehle die Auseinandersetzung mit der Thule-Gesellschaft und ihres Einflusses auf den Nationalsozialismus.

    • Mark schreibt:

      Dass jemand von der IT-Sekte CCC Langhans als Nazi bezeichnet, spricht Bände. Keine weiteren Fragen euer Ehren!

  4. erlehmann schreibt:

    Wir. Aha. Da muss wohl jemand zurück ins Trolllologie-Bootcamp.

  5. Bernd schreibt:

    Sehr schade. Ein Keynote Sprecher darf doch gerne mal ein Blickwinkel vortragen der nicht unumstritten ist. Und mit einem bekannten Gesicht würde das Thema auch mehr Aufmerksamkeit bekommen.

    • andreasdotorg schreibt:

      Mehr Aufmerksamkeit. Genau. Darum geht es. Attention whores, ohne nachzudenken, wen man sich da anlacht und was er zu sagen hat.

      Hätte es nicht wenigstens Jeff Jarvis sein können? der ist wenigstens intellektuell noch satisfaktionsfähig.

  6. Pingback: Postprivacy und Kommune: Heilsversprechen mit Tendenz zum Totalen | surveillance and security - Eine Sammlung zu computer- und korpuslinguistischen Methoden des politisch motivierten Internet-Monitorings

  7. Pingback: Ihr seid #fail! @spackeria | goowell

  8. Pingback: WMR33 – Über Gott, Shitstorms und die Welt » Wir. Müssen Reden

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s